Das Weserbergland

Das Weserbergland, eingebettet zwischen dem Münsterland im Westen, dem Norddeutschen Tiefland im Norden, dem Leinegraben im Osten und dem Hessischen Bergland im Süden, ist reich gegliedert in weite Ebenen und waldreiche Höhenzüge.
Karte: Weserbergland An den Ufern der Weser erheben sich das Wesergebirge, die Bückeberge, der Süntel, Deister, Ith, Hils, und der Solling, der mit der Großen Blöße mit 528 m die höchste Erhebung bildet.

"Wo Werra sich und Fulda küssen,
sie ihren Namen büßen müssen..."

Direkt am Weserstein in Hannoversch' Münden, auf dem dieser bekannte Reim geschrieben steht, entsteht die Weser durch den Zusammenfluß von Werra und Fulda und windet sich zahlreich auf einer Länge von 440 km bis zur Mündung bei Bremerhaven.

Das Weserbergland, eine Landschaft die entscheidend durch den Flußverlauf geprägt ist. Eine Landschaft, die durch ihre ständig wechselnde Topographie und Vegetation so abwechslungsreich ist, dass sie schwerlich zu beschreiben ist. Die Höhenzüge stark bewaldet, zum großen Teil durch Laubbäume, die im Herbst durch ihre rötliche Farbenpracht ein besonderes Stimmungsbild erzeugen. Dazwischen weit gedehnte Ebenen, Wiesen, Pferdekoppeln, Äcker oder im Frühling grell leuchtende Rapsfelder, die die Landschaft wie einen bunten Flickenteppich wirken lassen. Dann wieder tiefe dunkle Schluchten oder steil aufsteigende Felsen, von denen muntere Bäche herunter plätschern.

Malerisch sind die unzähligen Dörfer und kleinen Städte, die durch ihre vielen noch vorhandenen Fachwerkbauten jeden Ort wohl zu einer Besonderheit machen. Schon allein die Städte Hameln, Rinteln, Bodenwerder und Hann. Münden wären eine Reise wert.
Die Hamelner Altstadt - das Herz der Weserrenaissance - eine traumhafte Anhäufung aus Fachwerkhäusern mit phantasievollen Gibeln und ihren Voluten, mit geschnitzten Masken und Neidköpfen, viele mit verzierten Erkern, sucht sicherlich ihres gleichen. Erbaut von reichen Zunft- und Adelsherren, die diese Epoche wohl kaum besser zum Ausdruck bringen konnten.

Selbstporträt: Wilhelm Busch
Der Rattenfänger von Hameln

Es ist daher nicht verwunderlich, dass hier eine Märchenwelt der Gebrüder Grimm entstand, wie z.B. Dornröschen, das auf der Sababurg bei Hofgeismar 100 Jahre geschlafen hat.
Freiherr v. Münchhausen Auch Schneewitchen war hier beheimatet.

Wer kennt nicht den Rattenfänger aus Hameln, der die Stadt im Jahre 1284 von der Ratten befreite und aus Rache für die ausgebliebene Entlohnung 130 Kinder entführt haben soll.

Die Stadt Bodenwerder, bekannt geworden durch den Baron von Münchhausen, der auf einer Kanonenkugel und auf einem halben Pferd ritt, oder sich sogar an den eigenen Haaren aus dem Sumpf zog.
Stolz und kühn stellen sich die Burgen, Schlösser, Kirchen und Klöster des Weserberglandes dem Betrachter dar.
Schloß Marienburg auf dem Schulenburger Berg Vor langer Zeit, als Grafen und Fürsten noch mit üppigem Reichtum begnadet waren, entstanden diese imposanten Bauwerke.
Aus mittelalterlichen Ritterburgen wurden feudale Residenzen im Stil von Renaissance und Barock.
Als herausragend und als besonders sehenswürdig seien hier das Schloß Hämelschenburg bei Emmerthal, das Schloß Bevern und das Kloster Corvey in der Nähe von Höxter genannt.

Das Land links und rechts der Weser, eine Gegend die für jeden etwas bietet.

Kulturreisende oder an Kunst und Architektur interessierte können den ausgeschilderten und empfehlenswerten Routen folgen:

Deutsche Märchenstraße

Straße der Weserrenaissance

Wege in die Romantik

Deutsche Fachwerkstraße

Westfälische Mühlenstraße

Für den aktiven Besucher bietet das Weserbergland eine große Palette an Möglichkeiten:
Klettern und Segelfliegen im Ith, Wasserwandern mit Mietbooten auf der Weser, Ballonfahren in Salzhemmendorf, Radwandern auf gekennzeichneten Routen, Reiten u.v.m.
Wem das jedoch alles nicht zusagt, und lieber zu Fuß das Weserbergland über die Höhenzüge erwandern will, der findet eine schier unermeßliche Zahl an gut ausgeschilderten Wanderwegen mit den schönsten Aussichten vor.

Zum Abschluß noch eine Bitte der Autoren:
Hier im Weserbergland scheint die Natur oftmals noch in Ordnung. Erhalten wir sie für kommende Generationen.

"Die Welt gehört nicht uns, sondern unseren Kindern"
(Zitat)


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Last modified on Sat Dec 11.1999