Der Süntelturm


Der Naturfreund, der sich den Süntelturm als Ziel auserkoren hat, hat eine gute Wahl getroffen, die auf vielerlei Weise zu erreichen ist.
Der Süntel, westlich vom Deister gelegen, ist zusammen mit diesem eines der beliebesten Naherholungsgebiete der Hannoveraner - die hierher auch nur ca. 30 Minuten Anfahrtzeit haben.
Süntel und Deister können mit Fug und Recht als Deutschlands nördlichste Höhenzüge bezeichnet werden und sind reizvoll für Wanderer jeglicher Art.

Süntelturm

 Der Süntelturm
 erbaut 1901 vom Hann. Wander- und Gebirgsverein

Wer gut bei Fuß ist und viel Zeit im Rucksack parat hat, kann den Süntelturm von Bad Münder oder Süntel aus anvisieren.
Unentwegte, die keine Herausforderung scheuen, können dies auch auf einer langen, abwechslungsreichen Route, die gut beschildert ist, bereits von Hameln oder Rinteln aus tun.

Wir wollen hier nachstehend näher auf die Bedürfnisse derjenigen eingehen, für die das Stehenlassen des Autos und das Laufen an sich schon Herausforderung genug sind. Angesprochen fühlen dürfen sich auch Waldluft-Hungrige, die sich in Begleitung älterer Menschen oder kleiner, quengelnder Kinder befinden. Letztere sind vielleicht zu einem strammen Wanderschritt zu überreden, durch den Hinweis, daß der Süntelturm bewirtschaftet ist. Das verspricht Gaumenfreuden wie Eis oder Cola.

Wer den definitiv kürzesten Weg wählen möchte, sollte von Bad Münder aus den Schildern in den Süntel folgen.


Süntelturm

 Blick vom Süntelturm

Nach einigen Minuten stetig ansteigender Fahrt erreicht man die "Bergschmiede", in der sich gut zu Mittag speisen läßt - auch liebevoll arrangierte Kinder- und Seniorenteller sind hier zu bekommen. Wem die, je nach Tempo, 60-90 Minuten immer noch zu viel zu laufen sind, der kann von hier aus noch weiter fahren, bis zur "Eulenflucht" - ein Restaurant mit anspruchsvoller Speisekarte, daß auf Grund einer steil abwärts führenden Stiege leider nicht für jedermann erreichbar ist.

Straßenkarte: Süntelturm Hier nun muß man definitiv sein Auto auf dem Parkplatz stehen lassen, und sofern man den Süntelturm sehen möchte, sich 30-40 Minuten gemächlichen Schrittes per pedes fortbewegen.
Der richtige Weg ist, wegen guter Beschilderung, überhaupt nicht zu verfehlen. An der ersten Weggabelung kann man sich frei entscheiden. Bei Regen sollte der linke Weg gewählt werden, weil man hier, wegen der dichter beisammen stehenden Bäume weniger naß wird.
Schließlich am Süntelturm angekommen (Freitags Ruhetag) warten im Winter ein Kaminzimmer und im Sommer diverse Sitzmöglichkeiten im Freien auf den Rastwilligen.
Die eher bescheidene Speisekarte gibt genügend her, für den der wirklich Hunger und Durst leidet.
Bei klarer Sicht sollte auf keinen Fall auf einen Bestieg des Turms verzichtet werden.
Auf der Turmplattform angebrachte Tafeln informieren darüber, was sich wo befindet.

So kann man z.B. bei guten Sichtverhältnissen sogar das Hermannsdenkmal erkennen.
Bereits hier oben läßt sich gut planen, welcher Turm als nächstes Ziel dienen soll.

Ausführliche Informationen zum Süntel von Jürgen Schaper







Der Strutzberg-Turm

Beim Erkunden des Weserberglandes darf natürlich keinesfalls der Deister mißachtet werden - Deutschlands nördlichster Höhenzug.

Strutz-Turm

 Der Aussichtsturm auf dem Strutzberg
 Erbaut 1850 von Freiherr v. Hanstein

Hinter den Hängen des Deisters breitet sich gen Norden bereits die Norddeutsche Tiefebene aus, was bei klarem Wetter von den Gipfeln bzw. Turmspitzen des Deisters aus auch weithin erkennbar ist. Nachstehend stellen wir die drei Türme des Deisters vor.
Ganz ehrgeizige Wanderer können hier eine attraktive Ganztagstour veranschlagen, die von Bad Nenndorf nach Springe führt und in keinem Moment langweilig wird.
Wir haben das Erreichen der drei Türme hier als kürzere Lauf-Etappen beschrieben.
Am Westende des Deisters liegt der Kurort Bad Nenndorf.
Fährt man hier Richtung Autobahnauffahrt, muß man nach Passieren der großen Ampelkreuzung darauf achten, daß bald darauf rechts ein kleiner Seitenweg abbiegt, markant erkennbar durch das Schild "Aussichtsturm".
Auf dieser kleinen Straße bleibend unterfährt man die Autobahn (A2) und läßt dann sein Auto am Parkplatz bei der Cäcilienhöhe stehen.
Straßenkarte: Strutzbergturm/Nordmannsturm/Annaturm Wir empfehlen hier, stellvertretend für viele andere Möglichkeiten, die Wanderroute "3", die den Naturfreund schon nach wenigen Minuten zum Strutzberg-Turm führt. Wegen der hochgewachsenen Bäume ist hier bereits die Aussichtsplattform aufgestockt worden, trotzdem wird einem nur der Blick nach Bad Nenndorf gewährt, bei klarer Sicht läßt sich in der Ferne auch noch das Steinhuder Meer erkennen.
Da bereits jetzt eine Rückkehr zum Auto nur für den Profiwanderer, der durch Übereifer ein Bein in Gips bekommen hat, in Frage kommt, sollten alle anderen Wanderfreunde weiter der oft und gut erkennbaren "3" folgen, bis sie zur Teufelsbrücke gelangen und diese überquerend sich schließlich für ihre (gemässigte) Mühe mit einer Einkehr im Wald-Gasthaus "Heisterburg" belohnen können.
Des Zechens genug geht es nun im Bogen zurück zur Cäcielenhöhe, wo einen bereits das dort abgestellte Auto erwartet.
Derjenige der die Einsamkeit sucht, sollte diese nette, kleine Tour (Dauer ca 2-2,5 Stunden) am Wochenende meiden, da der Deister ein beliebtes Naherholungsgebiet für den Stadtmenschen aus dem nicht weit entfernten Hannover ist.







Der Nordmannsturm und Annaturm

Annaturm
Mitten im Deister, zwischen Bad Münder und Bad Nenndorf, befindet sich das kleine, idyllisch gelegene Örtchen Nienstedt. Von hier aus bergauf fahrend kommt man zum Nienstädter Paß.
Der Waldparkplatz fast auf dem höchsten Punkt der Straße ist unübersehbar.


Annaturm

 Der Annaturm

Von hier aus gelangt man in die eine Richtung gehend, nach ca. 45 Minuten zum Annaturm. Der Weg dorthin ist die meiste Zeit über asphaltiert und deshalb für die Füße kein allzu großes Vergnügen. Die Waldlandschaft des Deister hingegen weiß hier zu versöhnen und erst recht dann bei Erreichen des Zieles der Blick vom Annaturm und die anschließende Erfrischung im kleinen Biergarten der Anna-Stuben.

Vom Parkplatz in die andere Richtung gehend (Schilder wissen ein Verlaufen zu verhindern) gelangt man steil bergauf in ca. 30-40 Minuten zum Nordmannsturm.

Die ausladenden Bäume links und rechts des Weges laden kleine Jungen zum darauf herum klettern ein - sie danken es den Eltern, wenn man ihnen hier zu die Zeit läßt.

Am Nordmannsturm angelangt kann man, je nach Wetterlage, Platz nehmen in der urigen Turmstube (wahrscheinlich einer der kleinsten Schankräume Deutschlands) oder im reichlich bestuhlten Freigelände - mit Blick auf Nienstädt. Die Speisekarte ist nicht allzu umfangreich, dafür aber gut und preiswert. Bei den erhältlichen Gerichten wurde auch an die lieben Kleinen gedacht.
Die Auswahl an Bier und Spirituosen ist unerwartet groß - dem Gast wird ein unbekannter Bezug zu Berlin und Bayern sichtbar. Darauf läßt die Herkunft der Getränke schließen.

Nordmannsturm

 Der Nordmannsturm

Die Aussicht von der Turmplattform ist nicht so üppig, wie vom Annaturm, da die sehr hoch und dicht gewachsenen Bäume einem weitgehendst den Blick versperren.

Wem der Deister gefällt, diese beiden Touren jedoch zu kurz waren, hat auch die Möglichkeit eine Ganztagstour zu planen.
Hier empfiehlt sich als Startort Bad Nenndorf. Am Ortseingang, unweit der A2 befindet sich ein Waldparkplatz. Wer hier sich entschließt, sein Auto stehen zu lassen, kann sich auf einen langen, abwechlungsreichen Tag freuen. Zu den ca. 4-5 Stunden reinen Gehens kommen noch wahrscheinlich zahlreiche Pausen in den lockenden Gaststätten hinzu.
Die erste erreicht man bereits nach etwa einer Stunde - die "Teufelsbrücke". Wer hier nicht gut bei Fuß ist, sollte die gleichnamige Brücke meiden und den nur unwesentlich längeren ebenen Weg außen herum zur Gaststätte wählen.

Straßenkarte: Strutzbergturm/Nordmannsturm/Annaturm Vorbei an Sehenswürdigkeiten wie Kreuzbuche und Alte Taufe gelangt man zum Nordmannsturm, wo sich die nächste Pause anbietet.
Von hier aus weiter, über den Nienstädter Paß, zum Annaturm. Den Bielstein passierend gelangt man zum Taternpfahl. Hier geht ein Abzweig bergab nach Springe. Nur die unentwegtesten werden jetzt bereit sein, den gleichen Weg in umgekehrter Richtung zu gehen. Wer nicht mehr laufen müssend zu seinem Auto zurück gelangen möchte, kann jetzt Bus oder Taxi benutzen.
Ist man zu mehreren gewandert und war ganz schlau, hat man vor Antritt der Tour ein Auto in Springe bereit gestellt, um so komplikationsfrei wieder nach Bad Nenndorf gelangen zu können.







Der Hohenstein

An dieser Stelle wollen wir zu einer turm-losen Wanderung einladen.
Wer sich von recht ordentlichen Steigungen nicht abschrecken läßt, sollte sich unbedingt auf den Weg nach Hessisch-Oldendorf machen.

Der Hohenstein, aus der Entfernung betrachtet

Der Hohenstein

Dort ist, falls mit dem Auto unterwegs, die Straße nach Zersen zu nehmen.
Von hier aus ist bereits das Restaurant "Pappmühle" ausgeschildert.
Dem Weg durch die Felder folgend achte man bitte auf das Schild "Wald-Parkplatz". Hat man denn eben diesen erreicht, befindet man sich zugleich an der Kreuzquelle.
Hier ist das Auto zu verlassen. Eine nett illustrierte Tafel informiert anschaulich über das, was einen erwartet - zugleich ist hier zu ersehen, ob die Baxmann-Baude (hierzu später mehr) geöffnet hat, oder nicht.
Vor der Infotafel stehend, sollte man den linken Weg nehmen.

Blutbachtal

Der Name erinnert an die Schlacht zwischen Franken und Sachsen im Jahre 782, als sich das Wasser des Baches rot gefärbt haben soll.

Schon nach wenigen Minuten befindet man sich an der Baxmann-Baude, mitten im Blutbachtal, der hier, außer zu sehr trockener Jahreszeit, auch munter dahin plätschert.
Da sich bis jetzt noch niemand verausgabt hat, sollte die Baxman-Baude vorerst gemieden werden. Den Schildern folgend geht es schnurstracks Richtung Hohenstein und Süntelturm.
Im Fels eingelassene Stufen erklimmend geht es stetig bergauf.
Just in dem Moment, wo man nicht mehr so recht weiß was lauter ist: der eigene, keuchende Atem - oder das Knacken der Gelenke, stellt man fest, daß es nicht mehr bergauf geht. Sogleich ist man auch (je nach Tempo 30-50 Minuten) am Ziel.

Felsmassiv: Hohenstein

Das Felsmassiv des Hohensteins

Der überwältigende Ausblick von hier bietet reichlich Belohnung für die bisherigen Anstrengungen. Wer denn daran gedacht hat, einen mit Proviant gefüllten Rucksack mitzunehmen, dem sei hier auch die erste Rast gegönnt.

ACHTUNG 
Absturzgefahr! Kinder sollten hier auf keinen Fall aus den Augen gelassen werden - das Felsmassiv des Hohenstein ist sehr steil abfallend und durch keinerlei Geländer abgesperrt. Hier ein falscher Schritt hätte fatale Folgen.
Nach weiteren 10 Minuten ist man an der "Teufelskanzel". Ein weiterer, attraktiver Aussichtspunkt. Spätestens hier endet das Bedauern über das Fehlen eines dieser heißgeliebten Türme.
Jedoch: was nicht ist, kann noch werden.
Wer jetzt an seine Grenzen gestossen ist, sollte wieder bergab Richtung Baxmann-Baude gehen - alle anderen, die eine Tour ohne Turm nicht akzeptieren wollen gehen jetzt noch einmal 6 km bis zum Süntelturm.
Straßenkarte: Hohenstein Das bedeutet allerdings auch, daß die bisher ca. 1,5 Stunden währende Tour um 3-4 Stunden verlängert wird. Dafür wird dann derjenige, der genügend Zeit und Kondition mitbringt, mit einem wunderschönen Streifzug durch die Senken und Höhen des Süntel belohnt.

Am Süntelturm (an anderer Stelle beschrieben) angekommen, wird der Wanderer sich auch durch einen bis oben hin gefüllten Rucksack nicht davon abhalten lassen, in die Turmstube einzukehren.
Nach ausgiebiger Rast geht es dann wieder zurück in Richtung Hohenstein, hinab zur Baxmann-Baude. Auch hier sollte auf eine Rast nicht verzichtet werden. Der Blick ins Blutbachtal hinein und die freundliche Bedienung lassen einen gerne hier verweilen.
Wer dann zurück am Auto angelangt ist, hat je nach Streckenwahl eine ca. zweistündige oder aber eine 5-6 stündige Tour hinter sich gebracht.

Ausführliche Informationen zum Hohenstein von Jürgen Schaper




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Last modified on Fri Aug 15.2003