Tafelbergturm / Hohe Tafel   (Ernst Binnewies-Turm)

Vermeintlichen Turmexperten, die bereits fast das gesamte Weserbergland nach diesen hoch aufragenden Bauwerken abgegrast haben, sei hier an dieser Stelle eine echte "Sammler-Rarität" presentiert; denn der Tafelbergturm konnte bisher noch in keinem anderen Wanderführer entdeckt werden.
Wer, vielleicht bedingt durch die, an anderer Stelle erwähnte, Tour zum Wilhelm-Raabe-Turm, besonderen Gefallen am Hils und seiner Umgebung gefunden hat, sei geraten, sein Fahrzeug einmal in Richtung Alfeld zu steuern. Dieses Städtchen ist groß genug, um auf jeder Landkarte vermerkt zu sein.
Am günstigsten ist es zu erreichen über das bereits bekannte Grünenplan, oder von der B1 zwischen Benstorf und Hildesheim kommend, dort auf die B3 abbiegend.
Hinweis: das Durchschreiten der Alfelder Altstadt ist durchaus zu empfehlen. Auch der puristische Naturfreund wird seine Freude an dem Stadtbild mit seinen vielen niedersächsichen Fachwerkhäusern haben.

Straßenkarte: Tafelbergturm

Von Alfeld aus geht es noch wenige km weiter bis zum Dorf Brüggen. Bei der Fahrt hierhin glaubt sich der aufmerksame Beobachter zurück versetzt in die Welt der Brüder Grimm, denn man fährt auf eine Kette von 7 Bergen zu. Sehr wahrscheinlich waren es eben diese 7 Berge, hinter denen einst die 7 Zwerge mit der schönen Maid Schneewittchen in einer WG lebten. Ob es sich hierbei um die eigentliche, wirkliche "Kommune I" gehandelt hat, ist historisch nicht zweifelsfrei überliefert.
In Brüggen angekommen ist auch schnell das erste Hinweissschild "Tafelturm" zu finden.
Den Schildern folgend geht es eine schmale Straße durch Wiesen und Felder entlang, bis ein Schild das Weiterfahren verbietet.
Dem jenigen, der nach der möglicherweise langen Anfahrt bereits jetzt eine Verschnaufpause braucht, steht hier eine kleine Schutzhütte zur Verfügung. Allen anderen sei geraten, jetzt wackeren Mutes und forschen Schrittes den breiten, geradeaus führenden Weg zu nehmen.
Im munteren Wechsel können beim bergauf laufen Hinweisschilder und Ruhebänke entdeckt werden, letztere meist an Orten, die ein wundervolles Panorama bieten.
Der Ortsunkundige wird schnell merken, daß die "Hohe Tafel", denn diese ist unser Ziel, von den 7 Bergen der zweite von links ist.

Tafelbergturm / Hohe Tafel
Foto: Ostern 2001

 Der Tafelbergturm auf der Hohen Tafel

Nach 30-45 Minuten normalem Wanderschritt ist das Ziel bereits erreicht. Nur ganz leicht schnaufend (jedenfalls die Raucher unter den Wandersleuten) steht man schließlich vor dem Tafel-Turm und stellt als erstes fest, das er Anno 1926 erbaut worden ist.
Wem es möglich war für diese Tour einen nebelfreien Tag auswählen, wird dann von der Aussichtsplattform aus mit einem imposanten Ausblick belohnt.
Am Fusse des Turmes laden, adäquates Wetter vorausgesetzt, mehrere hölzerne Sitzgruppen zum Verzehr des mitgeführten Proviants ein.

Unentwegte können ihre Tour jetzt noch fortsetzen, z.B. zum Himmelberg, dem nächsten unserer "sagenhaften 7", ansonsten sollte man den gleichen Weg wieder zurück gehen und hat, am Auto angekommen, eine ca. 1,5 Stunden währende Tour hinter sich gebracht.
Hieraus ist bereits ersehbar, daß der Tafelturm, kurze Anfahrt vorausgesetzt, ein gutes Ziel ist für Leute, die lediglich einen halben Tag für das Auslüften Ihrerselbst investieren wollen.






Himmelbergturm / Himmelberg

Wer dieses relativ neue Bauwerk (von 1985) nicht bereits bei der erweiterten Tafelturm-Wanderung kennen gelernt hat, sollte dies nun schleunigst nachholen. Ein schönes Ziel für einen Nachmittag (warum gerade dann wird später noch preisgegeben), der nicht mit faulenzen vertrödelt werden soll.
Wer aus Richtung Brüggen (Tafelberg) kommt, folgt der Straße nach Alfeld bis er nach Emsen kommt. Hier gibt es nur eine links abbiegende Straße, die einen leichten Bergauf-Trend vermuten läßt.

Himmelbergturm / Himmelberg  

 Der Himmelbergturm auf dem Himmelberg

 

Dieser folgt man immer gerade aus, bis schließlich eine Wander-Infotafel mit daneben befindlichem Parkplatz erreicht ist.
Die besonders Lauffaulen meinen nun vielleicht besonders schlau zu sein und fahren noch weiter in den Wald hinein, da dies hier nicht ausdrücklich verboten ist. Tatsache wird dann nach wenigen Minuten ein mitten im Wald gelegener Parkplatz mit Rastplatz erreicht.
Wer nun sich jedoch den Himmelsturm als Ziel auserkoren hat, wird nun mit mehr zurückzulegenden km bestraft, als der jenige, der sein Auto gleich an der erstgenannten Stelle hat stehen lassen.
Auf eben diesen wollen wir uns nun auch konzentrieren.
Von der Infotafel aus (wer diese genauestens studiert, braucht jetzt hier nicht mehr weiterlesen) kann man sofort den steil ansteigenden "Schneewittchen-Pfad" wählen (spätestens dies also der Beweis dafür, daß es sich tatsächlich um die legendären 7 Berge handelt), oder es wird dem Hauptweg bis zu einer dann zu nehmenden Rechtsabzweigung gefolgt.

Himmelbergturm


1. Turm  Baumplattform ( um 1900 )
2. Turm  Eisenkonstruktion ( 1939 )
3. Turm  ( 1985 )

DURCH DIE GROSSE SPENDENBEREITSCHAFT DER BEVÖLKERUNG,
DES ÖRTLICHEN HANDELS UND HANDWERKS, DER ALFELDER ZEITUNG,
DER GEWERBE- UND INDUSTRIEBETRIEBE, DES INDUSTRIEVEREINS,
DER VEREINE, VERBÄNDE UND SONSTIGEN INSTITUTIONEN
KONNTE DIESER HIMMELBERGTURM IN DEN JAHREN
1984 UND 1985 ERRICHTET WERDEN.
BESONDEREN ANTEIL AN DER VOLLENDUNG DIESES BAUWERKES
HABEN DIE KREISSPARKASSE ALFELD(LEINE) UND DIE
VOLKSBANK DURCH IHRE GROSSZÜGIGEN ZUWENDUNGEN.
Turmhöhe: 22,12 m - Höhe über NN: 329,5 m
Erbaut von der Baugemeinschaft LAUMANN-LAMPE, Alfeld(Leine)

Inschrift der Turmtafel

Quengelnden Kindern ("wie lange noch") gibt man mit den viel zitierten "noch 20 Minuten" diesmal sogar eine ehrliche Antwort. Eben diese Zeit braucht man, gut bei Fuß vorausgesetzt, um den Himmelbergturm zu erreichen.

Eine schöne große Lichtung, umringt von mehreren Bänken und einer Schutzhütte wird beherrscht von einem Bauwerk, daß man von seiner Architektur her mehr in Berlin-Gropiusstadt vermuten würde, als hier im "finstersten" Weser-Leine-Bergland.
So sehr der Anblick dieses Beton-Gebildes gewöhnungsbedürftig sein mag, wer den Aufstieg dennoch wagt, wird mit einem großartigen Rundumblick belohnt. Bei klarer Sicht ist von hier aus sogar der Brocken zu sehen, näher bei läßt sich auch (ein für Viele alter Bekannter) der Wilhelm-Raabe-Turm im Hils erkennen.

Straßenkarte: Tafelbergturm

Wer nun sich sattgesehen und genügend gerastet hat, kehrt zu seinem Auto zurück, sollte aber nicht schnurstracks nach Hause fahren, sondern vielmehr nach Alfeld hinein fahrend, kurz nach Ortseingang links abbiegen zum „Terassencafé Eiberg“.

Auch weitgereiste "Kaffee-Tanten" werden lange brauchen, um sich an vergleichbares erinnern zu können. Sowohl das Sitzen auf der Terrasse mit herrlichem Weitblick, wie auch die Innenausstattung dieses Hauses, zudem noch der gute, selbstgebackenen Kuchen machen erst das hier Verweilen zu einem gelungenen Abschluß einer netten kleinen Tour, die ohne Cafe-Besuch 1 - 1,5 Stunden dauert.

Somit ist hier jetzt auch erklärt, warum diese Tour besonders für den Nachmittag zu empfehlen ist.

Blick auf Alfeld  

 Blick auf Alfeld

 

Anmerkung der Autoren:
Hinweise auf nette Cafe-Stuben nehmen wir gerne entgegen. Das Kennenlernen des Weserberglandes muß ja vielleicht nicht immer nur unter dem Motto "Von Turm zu Turm" von statten gehen?




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